Verlust und Trauer

Nichts ist mehr so, wie es war. Es gibt eine neue Zeitrechnung, ein davor und ein seitdem...


Verluste sind unsere ständigen Begleiter und gehören zu unserem Alltag. Oft spüren wir unsere Traurigkeit eine Zeit lang und finden dann zu gewohntem Wohlbefinden zurück.


Doch es gibt auch Verluste, die uns aus der Bahn werfen und uns den Boden unter den Füßen weg reißen. Oft sind dies Todesfälle, es könnten aber auch Trennungen, Krankheiten, Verlust des Arbeitsplatzes u.v.m. sein. Auf solche und ähnliche Ereignisse reagieren Menschen mit Trauer. Die Anlässe sind individuell sehr verschieden.


Stirbt ein Mensch, der wichtig ist, dann erleben sich Trauernde in einer Art, die Ihnen oft fremd ist. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihr gesamter Körper reagiert auf den schweren Verlust. Alles dreht sich um den Schmerz, die Sehnsucht, die Ohnmacht, die Schuldgefühle, das Gefühl "versagt" zu haben, die Wut, die Erschöpfung, die ungeliebten Neidgefühle .... Und manchmal sogar das Gefühl, nachsterben zu wollen, um dem Verstorbenen wieder nah sein zu können.


Der rasche Wechsel und die Intensität der Gefühle, kann dazu führen, dass Trauernde sich fragen, ob sie jetzt "verrückt" werden. Mit diesem Empfinden, möchten sie sich anderen nicht mehr zumuten, fühlen sich und die Welt, die sich einfach weiter dreht, unzumutbar und ziehen sich zurück.


Um dem Verstorbenen einen guten inneren Platz zu geben, sie oder ihn vielleicht sogar auf dem weiteren Lebensweg mitnehmen zu können, wird es hilfreich sein, sich in der ganz eigenen Geschwindigkeit mit all dem, was da geschieht zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Dann könnte sich Ihre Trauer auf der weiteren Reise durchs Leben in einen gern gesehenen Gast verwandeln, der Wärme und Erinnerung mitbringt.